Fußfehlstellungen selbst erkennen

Unsere Füße tragen täglich das gesamte Körpergewicht und bilden die Grundlage für einen sicheren Stand und einen möglichst beschwerdefreien Gang. Veränderungen der Fußstellung können sich nicht nur auf die Füße selbst, sondern auch auf Knie, Hüfte und Rücken auswirken. Mit diesem einfachen Selbsttest können Sie erste Auffälligkeiten erkennen. Achten Sie dabei auf Hautveränderungen und Druckstellen, das Fußgewölbe, die Fersen- und Zehenstellung sowie Ihren Fußabdruck. Vergleichen Sie außerdem beide Füße miteinander.

Wichtig: Dieser Selbsttest dient ausschließlich als erste Orientierung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder persönliche fachliche Beurteilung.

1. Hautveränderungen und Druckstellen prüfen

Betrachten Sie Ihre Fußsohlen aufmerksam und vergleichen Sie beide Füße miteinander. Achten Sie auf Hornhaut, Rötungen, Schwielen, trockene Haut oder deutlich sichtbare Druckstellen. Besonders am Vorfuß, unter den Zehengrundgelenken und an der Ferse können auffällige Belastungszonen entstehen. Wiederkehrende oder ausgeprägte Druckstellen können auf eine ungleichmäßige Belastung hinweisen. Unterschiede zwischen beiden Füßen helfen dabei, Veränderungen leichter zu erkennen.

Ansicht einer unauffälligen Fußsohle ohne deutlich erkennbare Druckstellen oder starke Hornhaut.
Fußsohle mit ausgeprägter Hornhaut, trockener Haut und sichtbaren Druckstellen im Vorfuß- und Fersenbereich.

2. Fußgewölbe beurteilen

Betrachten Sie Ihre Füße im Stehen von der Innenseite und vergleichen Sie beide Seiten miteinander. Bei einem unauffälligen Fuß ist unter dem inneren Längsgewölbe meist ein sichtbarer, bogenförmiger Freiraum vorhanden. Wirkt das Gewölbe deutlich abgeflacht oder liegt es nahezu vollständig auf, kann dies auf einen Senk- oder Plattfuß hinweisen. Ein auffällig hohes Längsgewölbe kann dagegen ein Hinweis auf einen Hohlfuß sein. Unterschiede zwischen dem rechten und linken Fuß können ebenfalls auf eine Fehlstellung oder ungleichmäßige Belastung hindeuten.

Seitenansicht eines Fußes mit physiologischem Längsgewölbe und markierter optimaler Gewölbehöhe.
Seitenansicht eines Fußes mit abgesenktem Längsgewölbe, typisch für einen Plattfuß.

3. Fersenstellung beurteilen

Stellen Sie sich barfuß auf eine ebene Fläche und betrachten Sie Ihre Fersen von hinten oder bitten Sie eine zweite Person um Hilfe. Bei einer unauffälligen Stellung verlaufen die Fersen möglichst gerade. Neigen sie sich deutlich nach innen oder außen, kann dies auf eine Fehlstellung des Rückfußes hinweisen. Eine veränderte Fersenstellung kann außerdem mit einer X- oder O-Beinstellung zusammenhängen und die Belastung von Füßen, Knien, Hüfte und Rücken beeinflussen.

Normale Fersenstellung von hinten mit eingezeichneter Achslinie zur Beurteilung der Rückfußachse.
Rückansicht eines Knickfußes mit nach innen geneigter Fersenstellung als Beispiel für einen Senk-Knickfuß.

4. Zehenstellung beurteilen

Betrachten Sie Ihre Zehen im Stand und vergleichen Sie beide Füße miteinander. Neigt sich die Großzehe in Richtung der übrigen Zehen, kann dies auf einen Hallux valgus hinweisen. Gekrümmte oder hochstehende Zehen können Anzeichen für Hammer- oder Krallenzehen sein. Auch überlagerte, eng stehende oder deutlich abgespreizte Zehen sowie Druckstellen, Rötungen und Schwielen können auf Veränderungen der Zehenstellung oder zu wenig Platz im Schuh hinweisen.

Rechter Fuß aus der Draufsicht mit gerader Großzehe und physiologischer Zehenstellung ohne erkennbare Fehlstellung.
Rechter Fuß aus der Draufsicht mit Hallux valgus. Die Großzehe weicht leicht in Richtung der zweiten Zehe ab und zeigt eine typische Ballenzehen-Fehlstellung.

5. Fußabdruck beurteilen

Befeuchten Sie Ihre Fußsohlen leicht und stellen Sie sich auf ein Blatt Papier, ein dunkles Handtuch oder eine gut sichtbare Fliesenfläche. Betrachten Sie anschließend beide Fußabdrücke und vergleichen Sie deren Form. Bei einem unauffälligen Abdruck ist auf der Innenseite des Fußes meist eine deutliche Aussparung zu erkennen. Ist fast die gesamte Fußsohle sichtbar, kann dies auf einen Senk- oder Plattfuß hinweisen. Eine sehr schmale Verbindung zwischen Ferse und Vorfuß kann dagegen auf einen Hohlfuß hindeuten. Kleine Unterschiede zwischen beiden Füßen sind normal. Deutliche Abweichungen können jedoch auf eine einseitige Fehlbelastung hinweisen.

Grafische Darstellung von Plattfuß, Normalfuß und Hohlfuß mit jeweiliger Fußform und passendem Fußabdruck
Trittspurabdruck beider Füße zur Darstellung von Kontaktflächen, Fußform und Gewölbeverlauf

Ergebnis & Empfehlung

Haben Sie bei Ihrem Selbsttest Auffälligkeiten festgestellt, wiederkehrende Beschwerden bemerkt oder sind Sie sich bei der Beurteilung Ihrer Füße unsicher? Dann vereinbaren Sie gerne eine kostenlose und unverbindliche Beratung. Gemeinsam betrachten wir Ihre Fußstellung und besprechen Ihre persönliche Belastungssituation.

Bei Bedarf können eine Trittspuranalyse oder eine Fußdruckmessung zusätzliche Hinweise auf die Belastung und Druckverteilung Ihrer Füße geben. Anschließend berate ich Sie persönlich zu geeigneten Lösungen, beispielsweise Einlagen nach Maß, Schuhzurichtungen oder weiteren Versorgungsmöglichkeiten.

Persönliche Fußanalyse in Frankfurt-Höchst